Systemdenken
Nach dem Stand der Technik ist es zurzeit möglich mit beliebigen Messsystemen den Überwachungsansprüchen in Produktionsprozessen zu genügen. Diese Überwachungsmöglichkeiten werden noch nicht viel angewendet, da die Aufmerksamkeit für das "Systemdenken " bei der Sensorintegrierung in Systeme noch nicht genügend ausgeprägt ist. Die Anwender von Messsystemen einerseits und die Hersteller andererseits haben sich noch nicht genügend angenähert, um Systemlösungen zu realisieren.
In erster Linie sind die Marktstruktur und kommerzielle Aspekte dafür verantwortlich: der Anwender versteht nicht alle Messtechniken und interessiert sich nur für seinem Produktionsprozess, der Hersteller baut um die durchschnittlichen Wünsche der Kunden zu entsprechen.
Zweitens ist die Systemlösung eine komplexe Aufgabe, die schwer zu planen ist.
Auf Grund einer anderen Vorgehensweise ist es möglich das Systemdenken im Bezug auf Sensorintegration jetzt schon anzuwenden. Während der Konstruktionsphase, der Modifikationsphase oder während der Inbetriebnahmephase einer Installation können die Messprinzipien optimal integriert werden.
Es geht dabei nicht um die Bestimmung der einzelnen isolierten Messpunkte für existierende Messgeräte, nein, es geht darum während der Konzeptionsphase einer Installation die gewünschten Überwachungsfunktionen zu Auslese- oder Signalfunktionen zu übersetzen, ohne dabei die Sensorsysteme direkt zu berücksichtigen. Spezialisten sind dafür zuständig die Wünsche in physikalischen Grössen umzusetzen und dabei ein Sensorensystem aufzubauen, mit dem die Installation während der Inbetriebnahme eingemessen wird. Die Kennfelder der Messdaten werden in die Signalverarbeitungseinheit eingegeben.
Der heutige Stand der Technologie macht es jetzt schon möglich der Aufwand für die Inbetriebnahme ziemlich genau abzuschätzen. Intelligente Softwarepakete stehen zur Verfügung um die gemessenen Signale zu interpretieren. Signalverarbeitungssysteme sind genügend flexibel um die Kennfelder problemlos zu integrieren. Ein Thema spielt eine wesentliche Rolle: Verständnis der physikalischen Aspekte der Installation.
Diese Methode ergibt für den Anwender und für den Hersteller wichtige Vorteile. Es gibt für die Anwender die Möglichkeit zusätzliche Funktionen zu überwachen oder direkt der Produktion zugeordnete Funktionen zu messen. Der Hersteller bekommt die Möglichkeit auf dem Niveau der Sensorprinzipien zu denken. Umgebungskriterien wie Druck, Temperatur, Feuchtigkeit, chemische Beständigkeit usw. können völlig in das Systemdenken integriert werden.
Diese Vorgehensweise wird Sensormapping genannt. Mit Sensormapping wird es möglich sein, flexible und kostengünstige Produktionsinstallationen nach Wunsch zu überwachen.
Dabei werden Apparatebauer und Verfahrenstechniker immer mehr in die Lage versetzt die Funktionen " on-line " zu überwachen und aufgrund von Tendenzen im Prozess Entscheidungen über eventuelle Wartungsmassnahmen zu treffen.
Bei Sensormapping werden die Investitionskosten von Material nach Wissen und Kenntnissen verlegt. Das bedeutet, dass während der Sensorintegration sehr eng mit Prozessspezialisten zusammengearbeitet wird.
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